1955 - Wiederbewaffnung
  • Mitten im Kalten Krieg darf die junge Bundesrepublik wieder Männer unter Waffen stellen. Die 101 Freiwilligen werden am 12. November 1955 vereidigt. Im März 1956 erhält die Armee dann den Namen "Bundeswehr". Die neue Armee soll sich von der Wehrmacht unterscheiden und dennoch steht sie auch in ihrer Tradition.

    Rosenplänter: Immer wieder gibt es Berichte über Rechtsextremismus in der Bundeswehr – nach den Zahlen des Bundesministeriums der Verteidigung hat es 2022 zum Beispiel mehr als 160 neue Verdachtsfälle unter den Soldatinnen und Soldaten gegeben, die bearbeitet wurden. Verdacht auf Linksextremismus wurde in 6 Fällen untersucht und in 19 Fällen wurden islamistische Hintergründe vermutet – das wollen wir nicht verschweigen, aber in dieser Folge „Zeitgeschichte(n) – Der Museumspodcast“ geht es vor allem um den Rechtsextremismus. Weil das historisch gesehen die Extremismus-Form ist, die am längsten ein Problem in der Bundeswehr darstellt – nämlich seit ihrer Gründung. Warum das so ist und was getan wurde, um damit umzugehen, kann uns Hanno Sowade erklären. Er ist unser Experte zum Thema Bundeswehr und er ist der Kurator unserer Wechselausstellung „Nach Hitler. Die deutsche Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus“. Mein Name ist Meike Rosenplänter, ich begleite Euch durch diese Zeitgeschichte. Fangen wir mal vorne an, nach der Kapitulation der deutschen Wehrmacht und mit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Siegermächte USA, Großbritannien, Frankreich managen die westlichen Besatzungszonen, die Sowjetunion die Östliche. Alles Militärische wird aufgelöst, militärisches Gerät unbrauchbar gemacht, Rüstungs- und Schwerindustrie zerschlagen. Deutschland wird vollständig demilitarisiert – und das vor allem aus einem Grund, sagt Hanno Sowade.

    Sowade: Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Amerikaner 1945 eine Order ausgegeben haben, an ihre Befehlshaber in Deutschland, die sogenannte JCS 1067. Und da steht ausdrücklich drin: Deutschland wird nicht befreit, sondern Deutschland wird besetzt. Von Deutschland soll nie wieder ein Krieg ausgehen können. Deswegen ist es unsere vornehme Aufgabe, den Nationalsozialismus zu bekämpfen, den deutschen Militarismus zu bekämpfen und das heißt auch, die deutsche Rüstungsindustrie abzubauen und dafür zu sorgen, dass es in Deutschland keine Streitmächte mehr gibt. Deswegen wird auch gefordert, dass die Wehrmacht bedingungslos kapituliert im Mai 1945. Was die Wenigsten wissen, ist, dass die Wehrmacht endgültig aufgelöst erst wurde über ein Jahr später. Aber es gibt keine deutschen Soldaten mehr, es gibt nur noch deutsche Kriegsgefangene ab 1945.

    Rosenplänter: Allerdings kommt es in den Monaten und Jahren nach dem Kriegsende zum Zerwürfnis zwischen den Siegermächten – Die Westalliierten haben eine andere Vorstellung davon, wie mit Deutschland als Nationalstaat umgegangen werden soll als die Sowjetunion. Deshalb werden 1949 zwei deutsche Staaten gegründet – Die demokratische Bundesrepublik im Westen und die Deutsche Demokratische Republik im Osten.

    Sowade: Wir haben langsam das Aufkommen eines Kalten Krieges. Und dieser Kalte Krieg ist wird ein Haupt Kriegsschauplatz oder ein Hauptkonfrontation Schauplatz in Europa und in der Mitte von Europa liegt Deutschland. Es war einfach erforderlich, wenn man den Westen militärisch ertüchtigen wollte, um einem kommunistischen Vordringen Widerstand zu leisten, brauchte man einen deutschen Wehrbeitrag. Und diese Politik ist von den Amerikanern ja 1946, 1947 vorangetrieben worden, Truman spricht von Containment-Politik, also Zurückdrängung des Kommunismus. Marshall verkündet dann den nach ihm benannten Marshallplan, Europa soll wieder aufgebaut werden. Auch da geht es schon in Richtung wir müssen natürlich Großbritannien, Frankreich, Italien aufbauen. Aber wir müssen auch dafür sorgen, dass dieses Zentrum in Europa, damals ja noch kein deutscher Staat, es war ja noch die drei Westzonen, ertüchtigt wird. Und damit wird auch Deutschland Marshallplan mittelbekommen. Es wird aufgebaut und in der Zeit trübt sich die Position zwischen UdSSR und Amerika zunehmend ein, denken Sie an die Berlinblockade 1948. Also der Kalte Krieg wird langsamer, heiß und man sagt wir brauchen zum Schutz Westeuropas einen deutschen Wehrbeitrag.

    Rosenplänter: Während der Berlinblockade hat die Sowjetunion zwischen Juni 1948 und Mai 1949 versucht, West-Berlin abzuriegeln, um die Kontrolle über die gesamte Stadt zu übernehmen. Die Westmächte haben Lebensmittel und andere Güter mit Flugzeugen in die Stadt gebracht und die Menschen so über eine Luftbrücke versorgt. Und so wird am 7. Juni 1955 das Bundesministerium für Verteidigung gegründet und knapp fünf Monate später, am 12. November 1955, die ersten Soldaten vereidigt. Wobei der Weg dahin gar nicht so einfach und direkt war.

    Sowade: Das Problem war, dass man nicht nur die Deutschen überzeugen musste, sondern dass man auch im hohen Maße das europäische Ausland, das ja vor kurzem noch von Deutschland besetzt war, wenn man an Frankreich denkt oder wenn man an Niederlande, Belgien denkt, oder Bombenkrieg zu erleiden hatte, wenn man an Großbritannien denkt, diese Staaten dazu zu bekommen, einer deutschen Wiederbewaffnung zuzustimmen. Und das war doch ein Prozess Anfang der 50er Jahre, der sich über Jahre hingezogen hat. Churchill war einer der ersten, der gesagt hat: Wir brauchen einen deutschen Wehrbeitrag.

    Rosenplänter: Eine andere Siegermacht ist allerdings nicht so einfach zu überzeugen.

    Sowade: Ganz wichtig war natürlich, Frankreich als andere große Kontinentalmacht einzubeziehen. Und das war diplomatisch eine ganz interessante Geschichte. Es gab in Frankreich natürlich flächendeckend Widerstand gegen eine deutsche Wiederbewaffnung. Es gab aber von Frankreich auch den ersten Vorschlag, deutsche bewaffnete Kontingente aufzustellen. Ganz früh schon, Pleven-Plan, eine europäische Verteidigungsgemeinschaft unter deutschen Beitrag. Das wurde dann im Endeffekt in den nächsten Jahren von allen Regierungen, dem wurde dann zugestimmt. Alle Länderparlamente mussten ja unterzeichnen, die haben alle zugestimmt, haben alle unterzeichnet bis 1954 als letztes die französische Nationalversammlung zustimmen musste und jetzt abgelehnt. Damit war, wie Kritiker sagen, über Jahre die Aufstellung eines deutschen Wehrbeitrags verhindert worden. 
    Und jetzt haben wir die Situation. Wir hatten ja schon einen internationalen Konflikt Kommunismus oder Ostblock gegen westliche Welt, Korea seit 1950, wo sehr, sehr viele Soldaten rumgekommen sind. Und jetzt sagt Amerika nach der französischen Ablehnung einer deutschen Armee, so, jetzt geht es nicht mehr. Einen Monat später trifft man sich in London und die Amerikaner diktieren diplomatisch im Hintergrund: Es wird ein deutscher Wehrbeitrag geben, der wird eingebunden in der NATO und dafür bekommt Deutschland die Rechte eines souveränen Staates zurück. Das wird dann ein gutes halbes Jahr später offiziell ratifiziert in Paris, das sind die Pariser Verträge, aufgrund dessen wir dann im Mai 1955 die Rechte eines souveränen Staates bekommen, wir werden ja nicht souverän, die deutsche Wiedervereinigung ist ein alliierter Vorbehalt, das hat bis 1989 auf sich warten lassen.

    Rosenplänter: Gerade weil es so viel Skepsis gibt gegenüber der Idee, Deutschland wieder eine Armee zu geben, soll sich die junge Bundeswehr so gut wie möglich von der Wehrmacht unterscheiden.

    Sowade: Da gab es klare Vorgaben, sowohl für die Bundeswehr als auch für die Volksarmee in der DDR. Die Bundeswehr hat gesagt Wir wollen eine Uniform haben, die nicht an die alte Wehrmacht erinnert. Die soll möglichst zivil geschnitten sein. So wurde es auch dann umgesetzt. Es gab auch eine Zwischenzeit, da gab es so Uniformjäckchen für die Offiziere nach amerikanischem Vorbild. Die hat man dann nicht offiziell unter den Offizieren als Affenjäckchen bezeichnet, die wollte man einfach gar nicht tragen. Aber man hat sich dann auf einen bewusst zivilen Uniformschnitt eingestellt.

    Rosenplänter: Anders sieht das in der NVA, der am 1. März 1956 gegründeten Nationalen Volksarmee der DDR aus – hier sollen die Uniformen an die der Wehrmacht erinnern.

    Sowade: Das war vertraut in der Bevölkerung, die Wehrmachtsuniform. Das war etwas Zustimmung findendes und entsprechend hat man bei der Suche nach Traditionen sich natürlich nicht an der Wehrmacht orientiert, aber das bekannte Erscheinungsbild, was die Soldaten kannten, der Volksarmee wieder aufgenommen.

    Rosenplänter: Aber auch in der Bundeswehr sind Überbleibsel der Wehrmacht zu finden.

    Sowade: Streitkräfte brauchen Traditionen, brauchen Vorbilder, an denen sie sich orientieren kann. Eine Wehrmacht, eine Bundeswehr, eine militärische Streitmacht hat auch immer Begriffe von Ehre. Und hier ist ganz interessant, dass zunächst 1951 vom damaligen NATO Oberbefehlshaber Eisenhower eine Ehrenerklärung für die Soldaten der Wehrmacht abgegeben wurde. Adenauer ist dem dann 1952 gefolgt, Adenauer ist sogar noch weiter gegangen, er wurde nämlich gefragt: Und wie steht es mit der Waffen SS? Und er hat dann gesagt, die Waffen-SS Angehörigen, die im Kriegseinsatz waren als Soldaten. Er wusste ja genau, das Waffen-SS oder SS-Angehörige auch Konzentrationslager bewacht haben. Das hat er dann schon von unterschiedlichen Personengruppen gesprochen. Aber auch für die Waffen-SS als Soldaten hat er eine Ehrenerklärung abgegeben. Heißt auf der anderen Seite sie können in Deutschland keine bewaffnete Streitmacht Anfang Mitte der 50er Jahre aufbauen, ohne auf Angehörige der Wehrmacht zurückzugreifen. Es waren über 18 Millionen Deutsche in der Wehrmacht, von gut 80 Millionen Bevölkerung, also es waren fast alle in der Wehrmacht tätig und diejenigen, muss man fast sagen, die überlebt haben, wurden benötigt für den Aufbau deutscher Truppen. Und jetzt ist die Frage, wie geht man da mit der Frage um Nazi oder nicht Nazi? Man hat bei den höheren Dienstgraden ab Oberst aufwärts einen sogenannten Personalgutachterausschuss eingesetzt. Der Bestand aus Personen, die nicht NS belastet waren, in der Regel. Und diese Personen haben dann überprüft die Bewerber auf die Posten Oberst und höher. Und nur, wer diesen Personalgutachterausschuss zufrieden gestellt hat konnte dann in dieser Position in der Bundeswehr tätig werden. Personen, Soldaten, Unteroffiziere unterhalb dieser Gruppe wurden natürlich gesichtet, waren sie direkt in Kriegsverbrechen verwickelt? Aber ansonsten war es kein konnte kein Ausschließungsgrund sein, dass man in der Wehrmacht gekämpft hat.

    Rosenplänter: Die Wiederbewaffnung Deutschlands war in der Bevölkerung sehr umstritten – das Thema, dass Männer, die in der Wehrmacht gekämpft haben, auch in der Bundeswehr dienen, nicht:

    Sowade: Sie haben natürlich viele Deutsche gehabt, die jetzt durch die Folge des Zweiten Weltkriegs traumatisiert waren, die auch durch ihre Fronterfahrung oder auch die der Personen im Hintergrund, die Frauen durch ihre Erfahrungen im Bombenkrieg traumatisiert waren. Es war ein Reich zusammengebrochen, man musste überleben, man musste mit neuen politischen Situationen klarkommen, man musste einfach überleben in dieser Zeit. Und da braucht man auch etwas, woran man sich orientieren konnte. Und das war natürlich wichtig, wenn Männern, die jahrelang im Krieg gestanden haben gesagt wird: ihr habt verloren, das Regime war verbrecherisch, aber ihr als Person habt euch nichts zu Schulden kommen lassen. Ihr habt als Soldaten tapfer für dieses Deutschland gekämpft, ihr seid nur missbraucht worden. Das war zur Selbstvergewisserung in diesen strukturlosen Zeiten sehr, sehr wichtig.

    Rosenplänter: Und deshalb ist es auch kein Problem für die Soldaten, Abzeichen, die sie für Kampfeinsätze während des Zweiten Weltkriegs bekommen haben, an ihrer neuen Bundeswehr-Uniform zu tragen.

    Sowade: Es gibt dazu ein eigenes Gesetz, 1957 im Westen. Und da wurde gesagt: Auszeichnungen, die im Dritten Reich verliehen worden sind als Zeichen persönlicher Tapferkeit, dürfen weitergetragen werden in einer entnazifizierten Form. Also wir haben Auszeichnungen wie Das Deutsche Kreuz in Gold. Da prangte bis 1945 in der Mitte ein großes Hakenkreuz. Das durfte weiter getragen werden, aber es musste einmal neu produziert werden, ohne Hakenkreuz in der Mitte, mit einem Eisernen Kreuz, also ein Symbol der Bundeswehr dann in der Mitte und damit konnte es getragen werden. Dasselbe gilt fürs Ritterkreuz, für die Auszeichnung persönlicher Tapferkeit. Es kommt dazu, dass sie Situationen haben, wo Offiziere, Ordensspangen tragen, wo nebeneinander zu sehen sind: Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland neben Ritterkreuz erworben während des Zweiten Weltkriegs. Bei einem General, dessen Ordensspange wir auch im Hause haben, ist dann auch noch dabei unter anderem das Emblem für das Ärmelband Kreta, weil der nämlich zu den Fallschirmjägern gehörte, die im Zweiten Weltkrieg Kreta erobert haben.

    Rosenplänter: Diese Auszeichnungen in entnazifizierter Form neu zu produzieren ist kein Problem.

    Sowade: Weil die Firma, die die Orden im Dritten Reich hergestellt hat, hat ihre Fähigkeiten auch dann der Bundesrepublik zur Verfügung gestellt. Die hatten noch die Formen für das Deutsche Kreuz und dann hat man halt das Inlett neu geschaffen.

    Rosenplänter: Auch bei der Benennung der Bundeswehrkasernen, die traditionell vor allem Namen herausragender Militärangehöriger tragen, ist in den 1950er Jahren laut Hanno Sowade nicht so das Problem. Obwohl viele der Namensgeber auch im Zweiten Weltkrieg gekämpft haben und teilweise sogar am Holocaust beteiligt waren – ein Thema, dass die Bundeswehr bis heute mit sich rumträgt.

    Sowade: Es wurden natürlich in der frühen Zeit der Bundeswehr Adolf Hitler Kasernen existieren nicht mehr, aber es gab so Kasernen, die Rommel Kaserne war was völlig übliches, Dietl Kaserne oder Kübler Kaserne, also Kasernennamen nach prominenten Generälen des Dritten Reiches gab es sehr sehr lange und die Bundeswehr hat sich nach meiner Ansicht da relativ bedeckt gehalten, hat reagiert, wenn öffentliche Proteste kamen. Und die Frage der Kasernen Benennung geht ja bis in die Gegenwart. In jedem Traditionserlass wird auf Traditionslinien hingewiesen, die möglich sind und die Bundeswehr ist ja nun inzwischen auch eine Streitmacht, die in Kriegen aktiv gewesen ist. Im Moment ist, glaube ich, die vorliegende Haltung eine, die jetzt der Kommandeur des Forschungszentrums der Bundeswehr definiert hat. Die Namen werden von unten vergeben, das heißt vor Ort die Kaserne selbst und die umgebende Bevölkerung kann Vorschläge machen, wenn die nicht plötzlich sagen, sie wollen eine Adolf Hitler Kaserne, sondern einen anderen Namen, dann wird dem in der Regel stattgegeben und im Moment haben wir die Entwicklung, dass sowohl Kasernen Umbenennungen erfolgen und wir plötzlich geografische Namen haben, der Umgebung genauso wie wir Namen haben von Personen jetzt ersten, die in Afghanistan gefallen sind bis hin zu Kasernen Benennungen, wo plötzlich an eine Legion aus dem Römerreich erinnert wird. Also das sind Bestrebungen, lokaler Bestrebungen. Wichtig ist, dass die Namen das ist wohl etwas, was der Bundeswehr auch wichtig ist, nicht die neuen Partner in dem militärischen Einsatz weltweit irritieren.

    Rosenplänter: Dafür hat die Bundeswehr auch 2018 ihre Richtlinien zum Traditionsverständnis und zur Traditionspflege geändert.

    Sowade: Diese Traditionslinien, die für die Bundeswehr gelten, sind, die werden in einem Traditionserlass festgelegt. Und es gab den ersten 1965, dann hat man in den 80er Jahren einen zweiten rausgegeben und jetzt, vor wenigen Jahren einen dritten, reagierend auch auf die neue weltpolitische Lage und hat dann definiert: Was sind gültige Traditionen? Der neue war unter anderem erforderlich, weil ja wir die Wiedervereinigung hatten und die sich die Frage stellte: Welche Bedeutung oder hat eine Bedeutung die NVA für die Tradition der Bundeswehr?

    Rosenplänter: Aber auch hier wird klar: So einfach ist es nicht mit den Traditionen in einem Land, in dem gerade die Rolle des Militärs nicht immer in positiver Erinnerung behalten werden kann.

    Sowade: Wir haben ja im Moment eine Phase der Bundeswehr, wo die Bundeswehr sich wieder umstrukturieren muss. Internationale Einsätze haben nicht mehr die Relevanz gegenüber der Territorialverteidigung, die wir jetzt mit dem Ukraine-Krieg jetzt wieder ganz groß haben und Territorialverteidigung heißt auch, wenn man dem neuen Verteidigungsminister folgt, die Kriegsertüchtigung muss möglich sein und Kriegsertüchtigung ist natürlich schon ein starker Begriff. Heißt aber auch, dass man Kasernen oder Traditionslinien an herausragenden Militärs orientiert, die militärisch besondere Leistung erbracht haben. Und da gibt es die diffizile Frage, die in Afghanistan gefallenen Soldaten. Da wurde da eine Definition gefunden, die festlegt man hat militärische Tugenden, Treue dem Dienstherren, Tapferkeit im Felde erfüllt. Aber, ähm, dass man in Afghanistan gefallen ist allein heißt nicht, dass man besondere militärische Fähigkeiten besitzt. Und das Thema hat man vorsichtig aufgegriffen und hat dann gesagt: Wir haben aber auch Personen, die wichtig sind für den Aufbau der Bundeswehr, die hervorragend militärische Fähigkeiten erwiesen haben nach 1955 beim Aufbau der neuen Bundeswehr und hat da einige Namen benannt. Das sind natürlich alles Personen, die vorher im Dritten Reich militärisch aktiv gewesen sind

    Rosenplänter: Von daher geht die Frage nach dem Umgang mit der Vergangenheit unseres Landes und ihrer Aufarbeitung weiter – sowohl bei der Bundeswehr, als auch in unserer Gesellschaft. Kommt doch gerne mal in Bonn vorbei, da beschäftigen wir uns aktuell in unserer Wechselausstellung „Nach Hitler“ mit dem Thema. Wir freuen uns auf Euer Feedback. 
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    Meike Rosenplänter, Moderation
    Prof. Hanno Sowade, wissenschaftlicher Mitarbeiter